meine Fotofalle hoch in den Bergen des NP Mala Fatra hat wieder mal nicht enttäuscht und spektakuläre Aufnahmen gemacht. Zuverlässig arbeitet sie dort bei harten Bedingungen (ein bis drei Monate im Jahr ist sie sogar zugeschneit) schon 4 Jahre lang. Bären aber auch Marder habe ich dort schon öfters gehabt, aber in Interaktion mit Wespen noch nie.
Als erste kommt ein Bär am Tag und entdeckt die Wespen im holen Wurzelast der alten Fichte. Weil sie aber am Tag sehr agressiv sind, geht er lieber weiter…

und versucht es paar Stunden später in der Nacht, auch da ist er aber nicht besonders erfolgreich.

2 Wochen später zeigt sich ein Marder, der hier normal weise wegen Eichhörnchenjagd kommt und weil er viel kleiner und flinker ist, versucht er mit schnellen Angriffen die Wespen auszubeuten. Bis jetzt ahnte ich so was nicht.

So ein Wespennest ist durch die Larven und Vorräte eine echte Proteinbombe die große Anziehungskraft für die Predatoren hat. Bären buddeln oft ein halben Meter tief und riskieren viele Stiche nur um an den Leckerbissen dran zu kommen (die Erdwespen Nester können beinahe Fußball groß sein).

Zu diesem Baum kommen Bären schon ein paar Jahre zum markieren, weil aber die Wespen noch im Angriffsstimmung waren, könnten es die beiden Pelzmantel nicht übersehen. Wahrscheinlich ist es Mutter mit Jungen. Der dunkle Jungbär bekommt aber gleich ein par Stiche also geht er lieber etwas weiter. Die hellere (auch etwas größere) Bärenmama lässt sich nicht so leicht erschrecken und  versucht  es noch Zeitlang, eigentlich aber auch ohne Erfolg.

Auch wenn es den  Bären gelingt das Wespennest auszubeuten, töten sie niemals alle Wespen. Die übrig gebliebenen greifen in kommenden Tagen und Wochen alles an, was sich nur nähert also es ist kein Vergnügen so was zu entdecken. Auch ich dürfte schon öfters die „Aufmerksamkeit“ solch geärgeten Wespen zu genießen.

Ein Marder kam hier nochmal in der Nacht und blieb lange in dem Wespenloch drin. Scheinbar hat er sich die Reste von dem zerstörten Wespennest geholt. So sicher wie er rein kam weist darauf auf dass es der gleicher ist, der hier vor einem Tag die Vorarbeit geleistet hatte.

Auch dieser wunderschöne Jungbär mit weisen Zeichen wie ein Ringelnatter interessierte sich noch kurz um den Wespenloch, ging aber gleich weiter . Ich hoffe dass sich die Bären durch die unangenehme Erlebnisse mit den Wespen nicht abschrecken lassen und diese Stelle auch weiterhin als „Sozialbaum“  besuchen würden.

Wie zum Beispiel hier auf den Aufnahmen aus meinem Archiv:

Wenn ein Baum eine Bärin glücklich macht…

Bärenmama und ihre Tanzchoreografie

und eine der spektakulärsten Aufnahmen aller Zeiten aus der Kategorie „Bären am Markierbaum“ 🙂

Wenn es einen Bären juckt 🙂 einmaliges Verhalten einen erwachsenen Bären und Aufnahmen aus dem Bärenmaul